Was für ein unglaubliches Wechselbad der Gefühle!
Nach Tagen voller Hoffen, Warten und Kämpfen spitzt sich die Weltmeisterschaft in Polen nun dramatisch zu. Am Sonntagmorgen starten wir noch bei perfekten Bedingungen in den Wettkampf. Doch danach macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zwei Tage lang Regen, starker Wind und tiefe Wolken lassen keine einzige Wettfahrt zu. Die Anspannung im Team steigt mit jeder abgesagten Fahrt. Erst am Mittwochabend können wir endlich wieder in die Luft. Sofort ist klar: Jetzt zählt jede einzelne Entscheidung. Jeder Punkt kann am Ende den Unterschied ausmachen. Am Donnerstagmorgen stehen gleich sechs anspruchsvolle Aufgaben auf dem Programm. Alle Marker müssen Gravity-also ohne werfen, abgesetzt werden – höchste Präzision ist gefragt. Die Bedingungen verlangen uns alles ab, doch genau solche Aufgaben liegen uns. Im Ballon arbeitet jeder Handgriff, jede Ansage und jede Entscheidung perfekt zusammen. Nach der Auswertung kommt die Belohnung: Wir holen weiter auf und klettern vor der letzten Abendfahrt bereits auf Rang fünf.
Jetzt entscheidet sich alles.
Am Donnerstagabend erwartet uns eine der schwierigsten Fahrten der gesamten Weltmeisterschaft. Der Wind ist extrem bockig, wechselt ständig die Richtung und macht das Anfahren der Ziele zu einer echten Herausforderung. Wir entscheiden uns bewusst für den oberen Wind, um besser ins Ziel hineinzufahren. Während viele Ballone deutlich am Ziel vorbeiziehen, gelingen uns diese Task einigermassen. Trotzdem bleibt bis zum Schluss ungewiss, ob es reichen wird. Dann kommt endlich die Rangliste. Bronze!
Ein unglaublicher Moment.
Natürlich hätten wir alles dafür gegeben, noch einmal ganz oben auf dem Podest zu stehen. Doch das Niveau an dieser Weltmeisterschaft ist schlicht enorm. Die Leistungsdichte ist so hoch, dass bereits ein kleiner Ausreisser bei einer einzigen Aufgabe viele Punkte kosten kann.
Besonders stolz bin ich auf mein grossartiges Team. Ohne sie wäre ein solcher Erfolg unmöglich. Mein Bruder Simon übernimmt im Ballon einen grossen Teil der technischen Aufgaben und sorgt dafür, dass ich mich voll auf die Wettfahrt konzentrieren kann. Jeder im Team trägt seinen Teil dazu bei, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Auch unsere Schweizer Nationalmannschaft hat einmal mehr bewiesen, wie stark Zusammenhalt sein kann. Coach Werner Beyeler versteht es hervorragend, uns als Team zu motivieren und auch in schwierigen Momenten ruhig zu halten.
Die Krönung folgt mit der Nationenwertung.
Zum ersten Mal überhaupt gewinnt die Schweiz die Nationenwertung einer Heissluftballon-Weltmeisterschaft.
Dieser gemeinsame Erfolg macht mich fast genauso stolz wie die Bronzemedaille selbst. Wir reisen mit unvergesslichen Erinnerungen, grosser Dankbarkeit und neuer Motivation nach Hause. Polen wird für uns immer der Ort bleiben, an dem wir gemeinsam Geschichte schreiben durften.
Gewonnen hat diese Weltmeisterschaft
zum zweiten Mal Dominik Bareford aus England 🇬🇧. Zweiter Rang belegt Paul Cuenot aus Frankreich 🇫🇷. Herzliche Gratulation!















































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