Per Ballon-Stuhl über den Ärmelkanal

Ein Band aus Wasser, 34 Kilometer breit, ein Magnet für Abenteurer: Der Ärmelkanal zwischen Frankreich und England inspiriert Menschen seit Generationen, das scheinbar Unmögliche zu wagen. 1875 durchschwamm erstmals der Brite Webb den Kanal - er brauchte dafür knapp 22 Stunden. 1909 wagte sich der Franzose Blériot übers Wasser - in einem Flugzeug. Jetzt ist die Geschichte um ein weiteres Ärmelkanal-Abenteuer reicher: Der US-Amerikaner Jonathan Trappe hat die Wasserstraße überflogen - in einer Art Stuhl, getragen von 55 Heliumballons.

Wie "Winnie The Pooh"

Die bunte Ballon-Traube trug Trappe vom südostenglischen Kent bis ins nordfranzösische Dünkirchen. Unter sich hatte er die Klippen von Dover und dann das Meer, an der tiefsten Stelle etwa 100 Meter tief. Trotz der Gefahren - etwa Ertrinken oder Fliegen in Hochspannungsleitungen - sei der Flug eine unheimlich friedliche Erfahrung gewesen, so Trappe. "Es gibt keinen Lärm, keine Propeller, keine Triebwerke - nur dich und den Wind." Das Ganze sei ein Kindheitstraum, der endlich wahr geworden sei. Vielleicht hat er ja zu viele Geschichten vom Bären "Winnie The Pooh" gelesen, der sich auch von Ballons durch die Lüfte ziehen lässt.

Unsanfte Landung auf Kohlfeld

Am gefährlichsten bei Trappes Aktion war die Landung. Um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, musste er nach und nach einen Ballon nach dem anderen von seinem Stuhl abschneiden. Eine Punktladung war so nicht möglich: Der Ballonfahrt-Pionier landete auf einem Feld. Um ihn herum: Kohlpflanzen.